Hinter den Kulissen von Mexikos Politik gegenüber den Narcos – Teil 2
Die Übertragung ziviler Aufgaben auf das Militär sorgte für mehr Korruption und für Kompetenzgerangel mit dem zivilen Sicherheitsminister. Der ist beliebt, aber auch umstritten.
Die Übertragung ziviler Aufgaben auf das Militär sorgte für mehr Korruption und für Kompetenzgerangel mit dem zivilen Sicherheitsminister. Der ist beliebt, aber auch umstritten.
Carlos Manzo, der die Stadt Urupan im Drogen-Hotspot Michoacán unabhängig regiert hatte, war hart gegen Kriminalität und Korruption vorgegangen. Damit hatte er sich viele Freunde, aber auch Feinde gemacht.
Erwin und Sylvia Annau finanzierten den Wahlkampf der Partei von Ex-Präsident Horacio Cartes mit fast einer Million Euro. Cartes soll in Geldwäsche und Drogenhandel verstrickt sein.
Nach 20 Jahren und zwei Freilassungen der Hauptbeschuldigten wird das Ausmaß der Staatskriminalität deutlich, über deren wahre Hintergründe die LAZ schon vor Jahren berichtet hatte.
Für den Mord an Präsidentschaftskandidat Fernando Villavicencio erhielten fünf direkt Verantwortliche lange Haftstrafen. Doch es gibt offenbar politische Drahtzieher, die im Dunkeln bleiben.
Die 100 Kilometer lange, unfertige Wasser-Pipeline im mexikanischen Bundesstaat Campeche ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sich Militärs an den Infrastrukturprojekten der Regierung bereichern.
Das mexikanische Militär begann den Bau des Hotels ohne Genehmigung. Es gehört zum Projekt der Mayabahn, bei dem das Militär schon durch vielfältigen Missbrauch auffiel.
Ricardo Martinelli wurde in Panama wegen Geldwäsche zu zehn Jahren Haft und 19 Millionen US-Dollar Geldstrafe verurteilt. Er ist nicht der erste Politiker oder Kriminelle, den Nicaragua vor der Justiz schützt.
Für den Bau der Mayabahn verantwortliche Militärs veruntreuen Geld, misshandeln ziviles Personal, manchmal mit Waffengewalt, schädigen ein Naturschutzgebiet und bedrohen die Sicherheit der Bahn.
Die Mayabahn kostet jetzt schon dreimal so viel wie veranschlagt. Ein Großteil der Mehrkosten dürfte auf die zügellose Korruption innerhalb des Militärs zurückzuführen sein, das für den Bau verantwortlich ist.