Mord an Bürgermeister mobilisiert Mexikaner

In Mexiko muss erst jemand ermordet werden, bevor sich etwas bewegt. Und auch dann gibt es normalerweise nur einen kurzen, übertrieben emotionalen Aufschrei, nach dem die Energie sofort wieder verpufft und alles wieder seinen üblichen Gang geht. Niemand traut sich in Mexiko jemals wirklich, korrupte Politiker und das organisierte Verbrechen öffentlich anzuprangern und selbst real zu handeln. Carlos Alberto Manzo Rodríguez, der unabhängige Bürgermeister der Stadt Uruapan im Bundesstaat Michoacán, war eine Ausnahme. Er wetterte gegen die systematische Schutzgelderpressung fast aller lokaler Wirtschaftsbetriebe, vor allem der Zitronen- und Avocadoproduzenten, und forderte immer wieder mehr Polizei und Hilfe aus Mexiko-Stadt.

Zwei Produzenten, die sich gegen die Erpressungen wehrten, hatten die Kartelle gerade erst umgebracht, am 19. Oktober und am Morgen des 1. November. Am Abend des 1. November 2025 wurde Carlos Manzo selbst von einem Auftragskiller eines Kartells mit sieben Kugeln erschossen, vor den Augen seiner Ehefrau, seiner beiden kleinen Kinder und der Bewohner seiner Stadt. Er ist der siebente Bürgermeister, der vom organisierten Verbrechen in den letzten drei Jahren allein im Bundesstaat Michoacán ermordet wurde. Da Manzo unabhängig und wirklich engagiert gewesen war, haben die Mexikaner offenbar zum ersten Mal das Gefühl, dass dieser Tod ein echter Verlust ist und bewegen sich endlich, um gegen die grassierende Kriminalität und gegen die Korruption in den staatlichen Institutionen aufzustehen, die sie selbst zugelassen haben.

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