Unabhängigkeitstag in Mexiko: die Wiedergeburt der Malinche
Claudia Sheinbaum hat als erste Präsidentin die Formel des "Grito de la Independencia" abgeändert, bei dem die Mexikaner jedes Jahr in der Nacht zum 16. September "Viva México" und die Namen ihrer sogenannten Helden des Vaterlandes schreien. Sie hat auch "die anonymen Heldinnen", "die indigenen Frauen" und "die Migranten" hochleben lassen. Ist doch nett, wenn man auch an andere denkt, die sonst kaum beachtet werden, oder? Im Prinzip ja, doch hat Sheinbaum das nicht wirklich gemacht. Sie hat nur an sich gedacht, weil sie selbst in einem früheren Leben eine indigene Frau war, ihre Heimat verlassen hatte und ihrer Meinung nach nicht genug gewürdigt wurde.
Die mexikanischen Machos, von denen einer sie damals und heute wieder an die Macht gebracht hat, nahmen die Abänderung des "Schreis" hin oder machten sich in den sozialen Medien wie üblich über die "presirvienta", die "Präsi-Dienerin", lustig. Leider zeigt das Ritual auch: Eine Frau muss immer noch schreien wie ein Mann, um von anderen beachtet zu werden. Und: In vielen Gemeinden Mexikos mussten öffentliche Feiern abgesagt werden wegen Drohungen des Organisierten Verbrechens. Machen wir uns nichts vor: Diese Nation beschreit gleichzeitig immer noch Korruption und Kriminalität.
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