Autonomer Krypto-Stadtstaat in Honduras verklagt Regierung
Regierungen bekommen immer mehr Konkurrenz. Während Staatsschulden, Korruption sowie Mangel an Lösungen für finanzielle und soziale Ungleichheit die Funktionsfähigkeit von bestehenden Ländern an ihre Grenzen bringen, sorgt der Zeitgeist der Selbstermächtigung dafür, dass Hinz und Kunz eigene souveräne Gebiete aufmachen wollen. Wenn sie über genug Geld verfügen - oder über das Talent, andere durch Betrug um deren Geld zu bringen -, dann setzen sie das auch in die Tat um.
Ein Beispiel dafür ist das Siedlungsprojekt Próspera in Honduras, in das vor allem superreiche, US-amerikanische Unternehmer investiert haben. Auf der Insel Roatán in der Karibik, einem beliebten Touristenziel, wurden schon 2014 rund 23 Hektar für das offiziell legitimierte Modell der Selbstverwaltung bereit gestellt. Auch einige Deutsche sind daran beteiligt. Doch die Start-up-Enklave zog internationale Kritik und den Groll vieler Einheimischer auf sich, so dass das honduranische Parlament 2022 entschied, das Modell wieder abzuschaffen. 2024 erklärte das Oberste Gericht autonome Enklaven für verfassungswidrig. Die Betreiber wehren sich vehement. Sie verklagten die Regierung auf 10,8 Milliarden US-Dollar Gewinnausfall, knapp ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts von Honduras.
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